Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Mein Tag 2 & 3.

Der letzte Tag des UXCamps Berlin beginnt für mich um ca. 9Uhr mit einer lustigen Aufzugsfahrt. Im Hotel hat wohl gerade die Edeka-„Jugend“ Gruppe eine Tagung und die sind alle in meinem Aufzug. Gefühlt zumindest. Es dauert schon ewig, bis der Aufzug bei mir im 14. Stock angekommen ist. Als dann die Tür aufgeht und schon 12 Leute drin stehen (Kapazität: 16?) habe ich kurz überlegt die Treppen zu nehmen. Und die Idee wegen der 14 Stockwerke direkt wieder verworfen. Aber wie sich noch herausstellen sollte, sind die ersten intuitiven Einfälle doch manchmal die besten. Ich steige also ein und los geht sie, die Fahrt. Genau für ein Stockwerk. Stop in der 13. Aufzug hält an, Tür geht auf, erstaunter Blick desjenigen der einsteigen wollte. Tür wieder zu. Aufzug fährt weiter. Stop in der 12. Naja, wie es jetzt weitergeht, kann man sich sicher bildlich vorstellen. Der Aufzug hält tatsächlich in jeder der 14 Etagen, gelegentlich steigt sogar noch jemand in den bereits übervollen Aufzug ein. Es werden peinlich berührte Aufzugswitze gemacht und ich bin wirklich sehr sehr froh, als der *ding* für das Erdgeschoss ertönt. Schnell raus und auf zum Frühstück (eh die anderen alle kommen).

Noch schnell ein Ticket kaufen…

Die „Rückfahrt“ war wesentlich schneller und unaufgeregter. Jetzt noch schnell ein Ticket über die BVG App kaufen…ach da war ja was. Schnell geht mit dieser App nicht. Ich habe an diesem Morgen geschlagene 10min mit der App verbracht. Mal war der „Kaufen“-Button da, aber es ging nicht weiter zum Bezahlen, im nächsten Moment war der „Kaufen“-Button garnicht erst sichtbar. Ich war diesmal wirklich kurz davor, ein Ticket am Automaten zu kaufen. Und im letzten Moment hat es sich das Biest nochmal anders überlegt und mich tatsächlich ein Ticket kaufen lassen. Grrrh. Frustrationsfaktor ist unermesslich hoch.

Los gehts mit Tag 2 auf dem UXCamp Europe 2015!

Pünktlich um 10Uhr geht es los mit der Einteilungssession. Der Raum ist auch heute wieder gut gefüllt (trotz Blow-Party am Abend zuvor). Die Gesichter vielleicht etwas müder aber immernoch hochmotiviert. Die erste wirklich nennenswerte Session des Tages war:

VizWars

Eine wirklich coole Session zum Thema Sketchnotes. Los ging es mit einer praktischen Übung. Jahaaa, ein ganzer Raum voll mit UXDesignern durfte mit Stift und Papier loslegen und seinen / ihren Nebenmann/frau zeichnen. Und das ganze blind- ohne aufs Papier zu schauen. Auf dem BVizWarsild seht ihr übrigens die Iris. Und alles andere auf dem Bild sind meine „Mitschriften“. Veranstaltet hat die Sessions die liebe Frau Hölle, die wir gestern schon kennengelernt habe.

Die Session hat mich wirkllich inspiriert (wie sehr zeige ich später noch) und ich versuche das Sketching jetzt auch im Alltag zu verwenden. Im Moment siegt oft noch die Faulheit / Zeitnot, aber ich weiß, das sind nur faule Ausreden. Die nächste Einkaufsliste wird dann handgezeichnet.

Im Anschluss gab es noch den Vortrag zum Thema

Beyond Think aloud: Biosignal Analysis 

Der war sehr wissenschaftlich aber nicht weniger spannend. Es ging darum, wie Körpersignale, welche gemessen werden können (z.B. Herzfrequenz etc.) für Usability Tests / Nutzertests verwendet und eingesetzt werden können. Dabei ist noch nicht einmal unbedingt nötig, die armen Testpersonen zu verkabeln und an alle möglichen Geräte anzuschließen.  Sebastian Schnieder hat uns nämlich erklärt, dass vieles auch über eine gute Videoanalyse herausgefiltert werden kann. So ist es möglich, die Herzfrequenz über diese Methode zu erfassen. Im Gesicht der Testperson kann die Herzfrequenz über die unterschiedlich gefüllten Blutgefäße abgelesen werden. Natürlich können auch Emotionen und Gefühlszustände über das Video erkannt werden. Hier gibt es fortgeschrittene Analysealgorithmen, die ziemlich genau feststellen können, in welchem Gemütszustand sich die Person befindet.

Für mich war an dieser Stelle Schluss mit Vorträgen, denn meine Schicht als Volunteer an der Garderobe hat begonnen. Das war auch lustig, weil ich hier nochmal einige Leute getroffen / wiedergetroffen habe. Am Ende haben dann alle gemeinsam noch aufgeräumt und so ging das UXCamp 2015 zu Ende.

Tag 3 „Touri-Programm“

Ich hatte glücklicherweise meinen Flug erst für den nächsten Tag gebucht und so konnte ich mich nun in Ruhe mit der Planung meines Touriprogramms auseinandersetzen. Und da kommen dannTouriprogramm Berlin die Ideen aus dem VizWars Workshop wieder ins Spiel. Ich bin also gegen 7Uhr aufgestanden, habe den Tag mit Yoga begonnen und dann lecker gefrühstückt. Danach ging es dann zur Straßenbahn um zum Checkpoint Charlie zu fahren. Den Fahrplan hatte ich mir natürlich über die BVG App zusammengestellt. Und eigentlich hätte ich ja ahnen können, dass die wieder eine Überraschung für mich bereit hält. Ich steig also in die Tram ein und kurz bevor sie zum Alexanderplatz abbiegen soll, sagt der Fahrer : „Reisende zum Alexanderplatz steigen bitte hier aus.“ Ööööh…ok?! Ich habe dann erfahren, dass auf dem Alex eine Feier der BVG stattfindet, zu 750 Jahre BVG. Und das kann man dieser App nicht beibringen? Sie hat mir treu-doof eine Strecke über den Alex zusammengestellt. Zum Glück kannte ich mittlerweile auch den Fußweg und ich hatte es ja auch nicht eilig. Aber verflixt nochmal, diese App ist so nutzlos wie ein Loch im Kopf. Wie dem auch sei, ich habe es tatsächlich bis zum Checkpoint Charlie geschafft und die nächsten 1,5h im Mauermuseum verbracht. Da gibt es viele wilde Fluchtgeschichten und anschauliche Beiträge zum ansehen. Im Anschluss habe ich mich zu Fuß (haha BVG App!!) Richtung Brandenburger Tor gemacht. Leider war das von einem ganzen Haufen Polizisten abgesperrt, Grund: Queenbesuch. Also gut, dann außenrum und schnell am Reichstag vorbeigehuscht und zum Mahnmal und dann konnte ich doch noch durchs Brandenburger Tor laufen. Leider war es dann schon Zeit, mich auf den Weg zum Flughafen zu machen. Da hat tatsächlich alles geklappt, ich hatte sogar noch Zeit für ein leckeres Sandwich bei Marché. Auf in den Flieger und ab zurück nach Basel. Doch auch hier hatte ich mich etwas zu früh gefreut, nach ewig langer Rollzeit und Warten an der Startbahn, verkündete der Kapitän, dass etwas kaputt sei und wir (genauso lange) wieder zurück ans Gate rollen müssten. Dort durften wir dann eine Stunde bei Hitze (der Defekt lag an der Klimaanlage) im Flieger sitzen bevor es erneut los zur Startbahn ging. Diesmal hat alles geklappt und ich bin mit einer Stunde Verspätung aber jeder Menge schöner Erinnerungen wieder in Basel gelandet.

So und jetzt wird die BVG App deinstalliert. Endlich!

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Mein Tag 2 & 3.

Berlin, Berlin- wir fahren nach Berlin-Mein Tag 0.

Jaaa, es ist eine Weile her aber es gibt ihn noch, den Dreierlei Blog. Und was wäre besser geeignet als ein Reisebericht über die Hauptstadt um ihn wiederzubeleben?  Das war natürlich nicht eiFernsehturmnfach so eine Touri-Tour sondern ein beruflicher Anlass, der mich nach Berlin geführt hat.

Eine Art Konferenz?

Genauer gesagt, das UXCamp 2015. Das UXCamp ist ein Barcamp, dass es in dieser Form schon einige Jahre gibt. Ich war bereits 2011 einmal dort und schon damals hat es mir sehr gut gefallen. Ein Barcamp ist keine Konferenz, obwohl ich es allen, die gefragt haben, immer als Konferenz „verkauft“ habe. Es gibt im Vorhinhein kein Programm und es gibt auch keine Zuschauer- nur aktive Teilnehmer. Das Programm wird jeweils am gleichen Tag durch alle Teilnehmer erstellt. Jeder der einen Vortrag halten möchte, stellt sein Thema kurz vor, er wird einem Raum zugeteilt und dann kann es losgehen. Und so wird aus ca. 45 Vorträge, Workshops, Diskussionen… das Tagesprogramm zusammengestellt. Eine sehr dynamische und spannende Angelegenheit.

Tag 0

Tag 0 ist der 19. Juni, mein Anreisetag und der Tag der Welcome Party. Da ich mich dieses Jahr als Volunteer gemeldet habe (und somit den Run auf die Tickets umgehen konnte), hätte ich hier meine erste Schicht gehabt- Badges an die Teilnehmer austeilen. Die Deutsche Post hat aber dem ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Badges irgendwo verbummelt. So ist meine Schicht ausgefallen und ich konnte direkt zum ersten Bier übergehen (ein Tannenzäpfle, juhu!). Übrigens sind sowohl Tickets als auch Essen / Getränke kostenlos für die Teilnehmer. Das haben wir den Organisatoren zu verdanken, die es immer wieder schaffen, eine ganze Reihe an Sponsoren für dieses Event zu finden. Echt genial!  Zum Bier gabs dann sogar noch ein leckeres Stück Pizza und die ersten netten Gespräche. Solche Anlässe sind immer ein bißchen wie ein Klassentreffen: ich treffe einige bekannte Gesichter von anderen Konferenzen / Camps und die typischen Fragen (und was machst du jetzt so?) gehen los. Ich hatte auch ein spannendes Gespräch mit einem Programmierer, der zum UXCamp geht um mehr über UX Design zu erfahren. Finde ich echt cool! Wann war denn einer von „uns“ das letzte Mal auf einer Developer Konferenz?

Feldtest BVG App

Die App die dich bewegt
„Die App die dich bewegt“ (Bild von http://www.bvg.de)

Diesen Blogbeitrag möchte ich jetzt nicht nur zu meinem Bericht über Berlin und das UXCamp nutzen sondern auch um von meinen Erfahrungen mit der BVG App zu berichten. Die BVG App ist die Fahrplanauskunft und Ticketkauf App der Berliner Verkehrsbetriebe. Ich wollte die App runterladen und mir somit Zeit an den Ticketautomaten sparen. Download und Installation ging problemlos, sogar die Anmeldung / Registrierung war per Smartphone möglich. Auf dem Weg zum Flughafen Basel habe ich mir direkt schon mal meine ersten Strecken und Tickets als Favoriten TicketsTickets kaufenaFavoritenbgespeichert mit dem Gedanken, dass ich die dann in Berlin ganz schnell aufrufen kann. Aber nichts da: die Favoriten sind so versteckt auf Unterseiten, da war ich schneller, die Verbindung nochmal aufzurufen und von dort aus das Ticket zu kaufen. Wer es genau wissen will: Ich muss unten in der Navigation auf Tickets tappen, dann oben auf den Button „Ticket kaufen“ und dann erscheint auf einmal der Favoriten-Stern. Wenn ich den wiederum auswähle, lande ich auf der Seite meiner Favoriten. Nur drei Taps um eine eigentlich  als Shortcut gedachte Funktion zu erreichen. Aber das war nicht das letzte Erlebnis, was ich mit dieser App hatte- eine App, die mich wirklich bewegt. Und sie ist auch nur noch installiert, weil ich ein paar Screenshots für diesen Beitrag machen wollte.

Morgen geht es weiter mit „Tag 1“ und meinen ersten UXCamp Eindrücken.

Berlin, Berlin- wir fahren nach Berlin-Mein Tag 0.